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Ich habe mir einen Hund aus dem Tierheim geholt - wie muss ich ihn behandeln?

hund_und_katze_im_korb.gif Die meisten Hunde, die im Tierheim auf ein neues Zuhause warten, waren schon einmal, manchmal mehrmals, in mehr oder weniger "guten Händen". Diese Hunde "aus zweiter Hand" sind demnach in gewisser Weise schon geformt, durch gute oder schlechte Erfahrungen. Sie müssen also auf ihren zukünftigen Hund aus dem Tierheim anders eingehen, als auf einen gerade geborenen Welpen.

Erkundigen Sie sich deshalb bitte vor der Anschaffung eines Tierheimhundes so genau wie möglich über dessen Eigenschaften. Zum Beispiel: wie er auf andere Hunde reagiert, ob er stubenrein ist, was er am liebsten frisst, ob er Kinder mag, wer die Vorbesitzer waren, ob er schon einmal gebissen hat.

Hier noch einige Tipps, die Sie beherzigen sollten, damit Sie auf Dauer mit Ihrem neuen vierbeinigen Freund glücklich sind:

Nie wieder ist Ihr neuer Mitbewohner so sensibel und offen für Ihre Wünsche wie in den ersten Tagen im neuen Heim. Dort ist alles neu für ihn, er ist unsicher, verwirrt. In dieser Situation sucht jeder Hund Anschluss, einen Helfer, der ihm diese verwirrende neue Welt erklärt und ihn buchstäblich auf den rechten Weg führt.
Nützen Sie diese bedingungslose Anpassungsbereitschaft und schenken Sie Ihrem Hund feste Regeln, die ihm Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Zeigen Sie ihm seinen Schlafplatz, die Räume, in denen er sich aufhalten darf, seinen Futterplatz. Gehen Sie schon am ersten Tag mit ihm kurz spazieren, aber bitte die ersten 3 Wochen nur angeleint, damit er die Umgebung seines Reviers kennenlernt. Rufen Sie sich immer wieder ins Gedächtnis: Ihr vierbeiniger Partner ist kein Baby mehr sondern er will ernst genommen werden.
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Halten Sie erst einmal zu viele Verwandte, Freunde und Bekannte fern. Jeder Hund ist überfordert, wenn er sich in kurzer Zeit an eine Unmenge neuer Personen gewöhnen soll. Lassen Sie ihm Zeit, sich in Ruhe mit seiner neuen Umgebung vertraut zu machen.

Geben Sie dem Hund nach den ersten drei bis vier Tagen die Chance, so oft wie möglich in Ihrer Nähe zu sein. Nehmen Sie ihn, wo immer es geht, mit - ins Restaurant, zum Einkaufen, wenn Sie die Kinder zur Schule fahren oder Freunde besuchen. Denn er ist mit all seinen Sinnen jetzt dabei, Sie zu erforschen, Ihre Wünsche und Vorlieben zu entdecken. Denn, und da können Sie ganz sicher sein, er will Ihnen unbedingt gefallen. Zeigen Sie ihm deutlich, womit er das erreichen kann.

Lassen Sie bitte keine Unarten durchgehen. Er muss von Anfang an wissen, was er nicht darf, sonst wird schnell eine feste Gewohnheit daraus.

Verlustangst ist gerade bei Hunden, die schon einen Vorbesitzer hatten, besonders ausgeprägt. Üben Sie deshalb das Alleinsein für kürzere Zeiträume, bis er begreift, dass es wirklich nur eine Trennung auf Zeit ist.

Gehen Sie sparsam mit Leckerbissen um, das ist wirkungsvoller für eine Belohnung. Gerade Tierheimhunde werden aus Mitleid immer wieder überfüttert.

Vermeiden Sie unbedingt zu Anfang den Kontakt zum Tierheim oder zum Vorbesitzer. Hunde haben ein gutes Gedächtnis. Ein Wiedersehen könnte einen seelischen Schock auslösen.

Bringen Sie vor allem viel Liebe und Geduld auf, denn einen erwachsenen Hund muss man sich mit Ausdauer erobern. Das wird Ihnen das Tier auf Dauer danken.

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